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203 Jahre alt und unter Denkmalschutz: Das schmucke Fachwerkhaus der Müllers an der Wöhlerstraße . Luhm (3)
 

Wahres Kleinod aus solidem Fachwerk

Seit neun Generationen im Familienbesitz

Von Lothar Rolf Luhm
Ahlten.
203 Jahre alt und seit neun Generationen im Familienbesitz der Müllers: Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus an der Wöhlerstraße 3 ist ein wahres Kleinod.

Auch heute noch gibt es viele Menschen in Ahlten, die den Namen Müller tragen. Doch kaum einer ihrer Vorfahren war tatsächlich von Berufs wegen Müller. Sie waren als Ackermänner, Kötner oder Reihenstellenbesitzer stets geachtete Leute, wie aus alten Urkunden hervorgeht. Das betrifft auch die Vorfahren Herbert Müllers, die bereits seit dem 16. Jahrhundert in Ahlten auf eigener Scholle lebten.

Nach dem großen Feuer Ende des 18. Jahrhunderts, dem fünf nahe beieinander liegende Gehöfte zum Opfer fielen, ließen Thiele Heinrich Müller und Katharina Ilsa Dreier aus Ahlten ihr abgebranntes Reihenstellenhaus Nummer 7 an der heutigen Wöhlerstraße Nummer 3 wieder aufbauen. Heute zählt das schmucke Haus, das Zimmerermeister Blödecker 1803 aus knorrigen Eichenstämmen und solidem Fachwerk errichtete, zu den ältesten Gebäuden Ahltens. Neun Generationen der Müllers haben bisher in diesem inzwischen denkmalgeschützten Haus gelebt. Das nunmehr 203 Jahre alte Fachwerkhaus ist ein typisches niedersächsisches Bauernhaus, das nach dem Tode ihres Mannes jetzt der 76-jährigen Elisabeth Müller als Altersruhesitz dient. Dort auf der Diele feierte kürzlich die jüngste Müllerin, Enkeltochter Wiebke, ihren 18. Geburtstag.

Sohn Herbert Müller (50) wohnt seit einiger Zeit gleich nebenan am Barnstorfplatz 7, ebenfalls in einem schmucken Fachwerkhaus, das seine Ehefrau Marlies, geborene Köhler aus Evern, geerbt hat. Er bewirtschaftet seither zwei Höfe, die zu den ältesten des Dorfes zählen, denn auch der Hof seiner Ehefrau stammt aus dem Jahr 1822. Um marktgerecht arbeiten zu können, haben sich die Landwirte Kracke aus Bilm und Ostermeyer aus Höver mit Müller zur Arbeitsgemeinschaft MüKro GbR zusammengeschlossen, zu der jetzt auch die Kollegen Busch aus Ilten und Behre aus Ahlten gehören. Ob Sohn Jens (15) eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters treten wird, ist ungewiss. Doch den Fachwerkhäusern seiner Eltern gilt schon jetzt seine große Liebe.