Die Siedlungsgeschichte des Dorfes Ahlten beginnt konkret in der ältern und mittleren Bronzezeit vor etwa 3000 Jahren. 1934 beim Autobahnbau wurde neben einzelnen, auch ein Komlpex von über 30 Hügelgräbern ausgegraben. In der Folgezeit grub man mehrere Siedlungsreste aus der Eisenzeit und der vorrömischen Kaiserzeit, aus der Zeit vor Christi Geburt und danach aus. Ausgrabungen im Jahr 1897 am östlichen Ortsausgang, jetziges Grundstück der Firma Mulders, führten zu der Entdeckung eine Reihengräberfeldes mit mehreren Grabbeilagen, das in die Zeit um 800 n. Chr. terminiert wurde. Nach Aussage des Prof.Dr.Dr. Wegener »könnte die Siedlung und das Gräberfeld als unmittelbarer Vorgänger des heutigen Dorfes Ahlten gelten«.

Die Kapelle ist mit Abstand das älteste erhaltene Gebäude Ahltens. Es stammt noch aus der spätromanischen /frühgotischen Zeit und soll bereits vor 1200 existiert haben. Die erste Nachricht über die Kapelle liegt aus dem Jahre 1349 vor, wonach die Kapelle aus dem Kirchenverband Kirchrode ausgegliedert wurde.

Die erste schriftliche Erwähnung Ahltens stammt aus dem Jahre 1226 aus dem Lehnsregister des Luthard von Meinersen. Hier heißt es übersetzt: Ludolph von Heisede besitzt den vierten Teil des Zehnten von Ahlten.

1428 wurde Ahlten im Zuge der Prälatenkriege zwischen dem Bischof von Hildesheim und den Herzögen zu Celle »niedergebrannt«. Anscheinend wurde das Dorf bald wieder aufgebaut.

Seit 1512 gehört das Dorf zur lüneburgischen Herrschaft, dem »Großen Freien«. Die Bewohner diese Gebietes waren »Freie«, die gewisse Freiheiten hatten, die in anderen Gebieten nicht vorhanden waren. So durften sie u.a. über ihren Besitz frei verfügen, hatten freies Jagdrecht, Zollfreiheit usw. Als Gegenleistung hatten sie dem Herzog Heerfolge zu leisten. Weitgehend unbekannt ist, dass die Freien entscheidend dazu beigetragen haben, um 1500 vagabundierende Truppen aus den »Spanischen Landen« entscheidend im Ahltener Wald zu schlagen, und somit den Landfrieden herzustellen. Der Ort dieser vermutlichen Auseinandersetzung führt den Flurnamen »Spanischer Friedhof« und liegt im Ahltener Wald.

1580 baute der damalige Amtsvogt in Ilten, nachdem er mehrere Höfe in Ahlten zu einem Gut zusammengekauft hatte, auf dem von Grafen von Roden erworbenen Hof das Gutshaus. Das Gut erhielt 1593 »alle adligen Freiheiten«. Seit 1781, nachdem es vorher in verschiedenen anderen Händen war, ist es im Besitz der Schlemmschen Familienstiftung.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte Ahlten relativ wenig zu leiden, doch sollten die Sitten völlig verroht und die Kapelle »einem Pferdestall« gleich gewesen sein und trotzdem die Schule darin abgehalten sein, da die Schule nicht wieder aufgebaut wurde. Der Amtsvogt konnte sich gegen die Ahltener nicht durchsetzen. Es gelang dem Pastor von Broitzem mit dem Iltener Amtsvogt zusammen wieder Ordnung herzustellen.

1667 hatte Ahlten 61 Reihestellen und 1 Brinksitzerstelle.

1788 wurden 3 Anbauern ihre Wohnplätze auf der Gemeinde zugewiesen.

In den Jahren 1806 (6 Höfe) und 1822 (42 Gebäude) wurde Ahlten durch Großbrände verwüstet.

1843 wurde die Eisenbahn Hannover - Lehrte gebaut. Ahlten erhielt damals keinen Bahnhof, sondern erst 1906 einen Haltepunkt an der neuen Personenbahn.

1898 wurde die Straßenbahn Hannover - Sehnde in Betrieb genommen, Ahlten erhielt eine Haltestelle und einen Anschluß an das Stromnetz.

1904 eröffnete Ahltens erste Fabrik ihre Produktion. In den heutigen Gebäuden der Leimfabrik Branding am Eisenbahnlängsweg stellte die Fa. D. Möhring aus Dahle / Westf. Nieten und Ketten her.

1936 wird der Teilabschnitt der Reichsautobahn Hannover - Lehrte in Betrieb genommen.

Nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl Ahltens von 1.921 Einwohnern 1939 auf 2.605 Einwohner 1945 mit 1.684 Flüchtlingen und Heimatvertriebenen.

1952 wurde das Erdölfeld erschlossen, die Förderung wurde 1962 eingestellt, nachdem über 81000 m³ reines Erdöl gefördert wurde.

1955 wird Ahlten an die Fernwasserversorgung angeschlossen.

1958 wurde die ev.-luth. Kapellengeminde als Martins-Kirchengemeinde selbständig.

1962 erhält Ahlten einen Friedhof und eine Friedhofskapelle.

1962 erhält Ahlten nach Fertigstellung der A 7 über die B 65 einen Autobahnanschluß.

1963 wird die Mischwasser-Kläranlage mit der Kläranlage in Betrieb genommen.

1972 wird die kath. Kirche St. Theresia eingeweiht.

1974 verliert Ahlten im Rahmen der Gemeindereform seine Selbstständigkeit und wird ein Ortsteil der Stadt Lehrte.

1979 wird die Umgehungsstraße um die Ortschaft Ahlten zur B 65 und gleichzeitig die Kohlshorner Straße bis zur B 65 verlängert.

1980 wird Ahlten an das Gasverbundnetz und damit an die Gasversorgung angeschlossen.

2000 im Mai wird der neue S-Bahn-Haltepunkt in Betrieb genommen.

Quelle: Albert Diedrich, Ahlten; Chronologie zur Geschichte des Dorfes Ahlten